Paradiesischer Ort · Französisch-Polynesien

Bora Bora: Die Lagune, an der alle Postkarten schuld sind

SEHNSUCHTS-EINSTUFUNG: 5/5
Foto: Michelle-Maria / Pixabay
Ein erloschener Vulkan ragt als grüner Doppelzacken aus dem Pazifik, darum ein Ring aus Sandinseln. Dazwischen leuchtet eine Lagune so unwirklich türkis, dass Erstbesucher der eigenen Kamera misstrauen. Bora Bora ist das Klischee der Südsee. Das Erstaunliche: Das Klischee stimmt.

Wie die Lagune entstand

Bora Bora ist ein Atoll im Werden: Vor Millionen Jahren erlosch der Vulkan, seither sinkt die Insel langsam ins Meer, während das Korallenriff am Rand weiterwächst. Übrig ist heute der Gipfelrest — der 727 Meter hohe Otemanu — und der Riffring mit seinen Motus, den Sandinselchen. Die Lagune dazwischen ist selten tiefer als ein Schwimmbad und wärmt sich auf badewannige 28 Grad. Das Farbspektakel ist schlicht Physik: weißer Korallensand, wenig Tiefe, viel Sonne.

Unterwasser ist die halbe Reise

In der Lagune schwimmen Schwarzspitzen-Riffhaie und Stachelrochen, die sich an Schnorchler gewöhnt haben; draußen am Außenriff ziehen Mantarochen und im Südsommer Buckelwale vorbei. Die Korallengärten rund um die Motus gehören zu den zugänglichsten der Welt — knietief einsteigen, Gesicht ins Wasser, fertig. Wer mehr will, taucht in der Passage Teavanui, dem einzigen Schiffszugang zur Lagune.

Das Preisschild-Paradies und seine Hintertür

Bora Bora ist berühmt für Überwasser-Bungalows mit Glasboden — und für Preise, die Flitterwochen-Budgets pulverisieren. Die Hintertür: Auf der Hauptinsel gibt es Pensionen und Gästehäuser der Einheimischen, oft mit Lagunenblick, zu einem Bruchteil der Resort-Preise. Dazu Essenswagen (Roulottes) statt Gourmet-Restaurant und das öffentliche Boot statt Privattransfer. Die Lagune ist für alle dieselbe.

Ehrlich bleiben: Wann lohnt es sich?

Bora Bora ist weit: ab Europa gut 24 Stunden Reise mit Umstieg in Papeete. Und es ist kein Ziel für zwei Wochen Strandliegen ohne Plan — die Insel ist klein, wer nur im Resort sitzt, hat sie nach drei Tagen gesehen. Ideal ist die Kombination: ein paar Tage Bora Bora als Höhepunkt, davor oder danach Moorea, Huahine oder die Tuamotus. Dann treffen Sie die Südsee nicht nur auf der Postkarte, sondern in echt — samt Ukulele-Abenden, an denen niemand ans Abreisen denkt.

Gut zu wissen

  • Lage: Gesellschaftsinseln, Französisch-Polynesien, ca. 260 km nordwestlich von Tahiti
  • Anreise: Flug über Papeete (ab Europa ~24 h), dann 50 Min. Inlandsflug + Bootstransfer
  • Beste Zeit: Trockenzeit Mai bis Oktober
  • Budget-Hintertür: Familienpensionen und Roulottes statt Überwasser-Bungalow
  • Gut zu wissen: Lagune flach und strömungsarm — auch für unsichere Schwimmer und Kinder gut geeignet.
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