Paradiesischer Ort · Philippinen

Palawan: Asiens letzte Inselwildnis

SEHNSUCHTS-EINSTUFUNG: 5/5
Foto: RichardMc / Pixabay
Eine 450 Kilometer lange Inselnadel zwischen Südchinesischem Meer und Suluse, gesäumt von Kalksteinklippen, unter denen sich Lagunen verstecken — erreichbar nur durch Felsspalten. Die Leser großer Reisemagazine wählen Palawan seit Jahren zur schönsten Insel der Welt. Und trotzdem ist sie erstaunlich wild geblieben.

El Nido und die versteckten Lagunen

Im Norden Palawans liegt der Bacuit-Archipel vor El Nido: Dutzende Karstinseln, deren graue Klippen senkrecht aus türkisem Wasser steigen. Die berühmten Lagunen von Miniloc — Big Lagoon, Small Lagoon, Secret Lagoon — betreten Sie per Kajak oder schwimmend durch Felslöcher. Drinnen ist das Wasser still wie in einem Bergsee, und die Wände hallen von Vogelrufen. Die Inselhopping-Touren sind standardisiert (A, B, C, D) — Tour A und die Kombination mit einer frühen Abfahrt sind der Klassiker mit Grund.

Ein Fluss, der durch einen Berg fließt

Bei Puerto Princesa mündet ein Fluss, der die letzten acht Kilometer durch das Innere eines Kalksteinmassivs fließt — der Underground River, UNESCO-Welterbe und einer der längsten schiffbaren Höhlenflüsse der Welt. Sie paddeln mit Stirnlampe unter Kathedralengewölben hindurch, vorbei an Formationen, die die Bootsführer mit Hingabe nach Gemüsesorten benennen. Über dem Berg: unberührter Urwald mit Makaken und Waranen.

Coron: Wracks und Süßwasserseen

Noch weiter nördlich, technisch schon zur Provinz gehörend, liegt Coron — für Taucher ein Wallfahrtsort: 1944 versenkte die US-Marine hier eine japanische Versorgungsflotte, deren Wracks heute korallenbewachsen in Sporttauchtiefe liegen. Dazwischen der Kayangan Lake, ein von Klippen umschlossener See, der als klarstes Gewässer der Philippinen gilt, und die Twin Lagoons, wo warmes Süß- und kühles Salzwasser flimmernd übereinanderliegen.

Ehrlich bleiben: Strom, Straßen, Regenzeit

Palawan ist Paradies mit Ecken: Stromausfälle sind normal, Straßen ins Hinterland ruppig, in der Regenzeit (Juni–Oktober) fallen Bootstouren auch mal aus, und El Nido wächst schneller als seine Kläranlagen. Wer das als Teil der Abmachung nimmt, in der Trockenzeit reist und auch mal ein Dorf weiterzieht — nach Port Barton etwa, das El Nido vor zwanzig Jahren ähnelt —, findet hier immer noch das, was Postkarten versprechen und selten halten.

Gut zu wissen

  • Lage: Westliche Philippinen, zwischen Mindoro und Borneo
  • Anreise: Flug nach Puerto Princesa oder El Nido (über Manila/Cebu)
  • Beste Zeit: Trockenzeit Dezember bis Mai
  • Höhepunkte: Bacuit-Lagunen, Underground River, Wracktauchen bei Coron, Port Barton
  • Gut zu wissen: Umweltgebühren und Tagesbesucher-Begrenzungen sind normal — sie halten die Lagunen so, wie Sie sie sehen wollen.
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