Warum die Seen so leuchten
Lake Louise, Moraine Lake, Peyto Lake — ihre Farbe stammt von Gletschermehl: feinst zermahlenem Gestein, das die Gletscher in die Seen spülen. Die Partikel schweben im Wasser und streuen das Licht, bis nur Türkis übrig bleibt; am kräftigsten im Frühsommer, wenn die Schmelze frisches Mehl liefert. Der Moraine Lake im Tal der zehn Gipfel zierte einst Kanadas 20-Dollar-Schein — sein Anblick vom Felshügel am Ufer heißt bis heute schlicht „Twenty Dollar View“.
Der Icefields Parkway
Zwischen Lake Louise und Jasper verläuft eine der schönsten Straßen der Welt: 230 Kilometer Icefields Parkway, vorbei an über hundert Gletschern, smaragdgrünen Seen und Wasserfällen. Am Columbia Icefield reicht das Eis fast bis an die Straße; der Athabasca-Gletscher ist mit Führung begehbar. Faustregel: Für die Strecke einen ganzen Tag einplanen — nicht wegen der Entfernung, sondern wegen der Haltepunkte, an denen Sie nicht vorbeikommen.
Tiere, die keine Kulisse sind
Banff ist kein Zoo mit Bergblick: Hier leben Grizzlys und Schwarzbären, Elche, Wapitis, Dickhornschafe. Bärenspray gehört auf Wanderungen an den Gürtel (und zwar griffbereit, nicht im Rucksack), Essensreste bleiben im bärensicheren Behälter, und wer einem Bären begegnet, macht sich bemerkbar und weicht langsam zurück. Die Regeln sind eingeübt, Zwischenfälle selten — weil der Park sie ernst nimmt. Nehmen Sie sie genauso ernst.
Ehrlich bleiben: Parkplätze als Engpass
Die berühmten Seen sind Opfer ihrer Fotos: Zum Moraine Lake fahren längst nur noch Shuttlebusse (früh reservieren!), am Lake Louise ist der Parkplatz im Sommer ab Sonnenaufgang voll. Die Auswege sind klassisch: sehr früh oder abends kommen, Nebensaison (Juni oder September/Oktober mit goldenen Lärchen), oder schlicht wandern. Schon nach zwei Kilometern Aufstieg, etwa zum Lake-Agnes-Teehaus oder ins Larch Valley, dünnt der Strom spürbar aus. Die Rockies sind groß. Die Menschenmassen sind es nur an fünf Parkplätzen.