Paradiesischer Ort · Bolivien

Salar de Uyuni: Der größte Spiegel der Welt

SEHNSUCHTS-EINSTUFUNG: 5/5
Foto: jerzykwpodrozy / Pixabay
Auf 3.650 Metern Höhe liegt in den bolivianischen Anden eine Salzfläche von der Größe Niederösterreichs: der Salar de Uyuni, mehr als 10.000 Quadratkilometer blendendes Weiß. In der Regenzeit verwandelt eine dünne Wasserschicht die Ebene in einen perfekten Spiegel — dann verschwindet der Horizont, und wer hindurchfährt, fährt durch den Himmel.

Der Rest eines Ozeans in den Bergen

Vor zehntausenden Jahren bedeckten riesige Seen das Altiplano; als sie verdunsteten, blieb Salz — an der dicksten Stelle über hundert Meter, geschätzte zehn Milliarden Tonnen. Die Oberfläche trocknet zu einem Muster aus Sechsecken, so eben, dass Satelliten hier ihre Höhenmesser eichen. Unter der Kruste lagert in der Sole eines der größten Lithiumvorkommen der Erde — der Salar ist Naturwunder und Rohstoff-Schatzkammer zugleich, mit allen Spannungen, die dazugehören.

Spiegelzeit und Sechseck-Zeit

Es gibt zwei Salare: In der Regenzeit (etwa Januar bis März) steht zentimeterhoch Wasser auf dem Salz und spiegelt Wolken, Sterne, Jeeps — die berühmten Bilder, in denen oben und unten verschwimmen. In der Trockenzeit laufen Sie über das endlose weiße Sechseckmuster und besuchen die Kakteeninsel Incahuasi — einen Felsbuckel mitten im Nichts, bewachsen mit tausenden meterhohen Säulenkakteen. Beides ist spektakulär; wer den Spiegel will, riskiert, dass Teile der Fläche unpassierbar sind.

Die große Runde: Lagunen und Flamingos

Die klassischen Touren ab Uyuni dauern drei Tage und fahren weiter in den Südwesten: zur blutroten Laguna Colorada mit ihren Flamingo-Kolonien, zur türkisen Laguna Verde unter dem Vulkan Licancabur, vorbei an dampfenden Geysirfeldern auf fast 5.000 Metern und Steinbäumen in der Siloli-Wüste. Die Unterkünfte sind einfach — teils Hotels, deren Wände aus Salzblöcken gemauert sind. Es ist eine der großartigsten Landschaftsrouten Südamerikas — und eine kalte: Nachts fällt das Thermometer auch im Sommer weit unter null.

Ehrlich bleiben: Höhe und Fahrer

Der Salar liegt höher als die meisten Alpengipfel; wer direkt aus dem Tiefland anreist, spürt die Höhe. Zwei, drei Tage Akklimatisierung (etwa in Sucre oder Potosí) verhindern Kopfschmerz-Touren. Und: Die Qualität der Anbieter schwankt stark, von übermüdeten Fahrern bis zu Jeeps ohne Ersatzrad — Bewertungen lesen, nicht nur Preise vergleichen, Nachtfahrten ablehnen. Dann bleibt der Salar, was er ist: der Ort, an dem die Erde am wenigsten wie die Erde aussieht.

Gut zu wissen

  • Lage: Altiplano, Südwest-Bolivien, 3.650 m — größte Salzfläche der Erde
  • Anreise: Über Uyuni (Bus/Flug ab La Paz) oder ab San Pedro de Atacama (Chile)
  • Beste Zeit: Spiegel: Januar–März · Sechsecke & Incahuasi: Mai–November
  • Höhepunkte: Salzspiegel, Incahuasi, Laguna Colorada, Geysire, Salzhotels
  • Gut zu wissen: Vorher akklimatisieren und warme Kleidung mitnehmen — nachts herrscht auch im Sommer Frost.
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