Willfried Barghoorn – Australien 1996 | Lesefassung
Australien 1996 // Lesefassung // 39 Tage vom Abflug bis zur Heimkehr

Willfried Barghoorn – Australien 1996: Von Schönefeld bis zum Uluru und zurück

Es beginnt mit einem Abschied. Kurt und Ruth Hild sind gerade gekommen, da müssen sie schon wieder gehen. Herr Müller bringt Willfried und Gabi nach Schönefeld. Einchecken, Fensterplatz. 11:30 Uhr Start mit Singapore Airlines. Keine große Geste, kein Pathos — nur die nüchterne Mechanik eines Abflugs, der alles verändern wird.

In Zürich kurz raus, Beine vertreten. Dann wieder rein, und die Maschine kommt sehr schnell hoch. Über Bodensee, München, Wien, Jugoslawien, Rumänien, Bulgarien, Türkei, Arabien, Indien. Willfried stellt seine Uhr auf Singapurzeit — sechs Stunden vor. Abendessen, Frühstück, versuchen zu schlafen. 11 Stunden Flugzeug. Boeing 747-400, zeitweise 11.300 Meter Höhe, 1025 km/h.

"Wetter in Berlin: 9 Grad, bedeckt, regnerisch. In Singapur: sonnig, vereinzelt Wolken, sehr schwül."

7:23 Uhr Landung. Ein sehr großer Flugplatz mit langen Wegen auf Bändern. Treppen auf Bändern. Gepäck holen, Stopover-Schalter, warten. Dann mit Kleinbus zum Hotel Albert Court. Sehr modern, harmonisch alter Teil integriert. Außenfahrstühle aus Glas. Alles klimatisiert. Draußen immer drückend schwül.

Gabi legt sich hin. Willfried unternimmt kurze Erkundungen — in die falsche Richtung. Es wird dunkel, es regnet. Citytour: City Classic Tour zum Mt. Faber, Fabrikbesichtigung, geschliffene Steine. Alles sehr primitiv, Sozialismus in Reinkultur. Zum Schluss botanischer Garten. 24 Singapur-Dollar, vier Stunden.

Restaurantkomplex: japanisch, chinesisch, thailändisch, burmesisch. Gabi isst zweimal was ihr nicht schmeckt. 19 Uhr im Hotel. Wetter: heiß, schwül, ab 14 Uhr Regen.

Singapur: Antje kommt an

Marina Bay in Singapur
Singapur, heutige Skyline (Symbolbild) — Foto: allanlau2000 / Pixabay

8 Uhr: Antje ruft an und weckt sie. Sie ist gerade angekommen. 8:30 Uhr aufgestanden, Frühstück im Hotel — 17 Singapur-Dollar pro Person. Japanisches Kaufhaus mit interner Fontäne. Willfried fährt in zwei Elektroautos. Slim Tower. Alles einzelne Läden.

14 Uhr: Antje abholen. Mit MRT von Bugis zu Marina Bay. Hafenrundfahrt? Nein, heute nicht. Taxi zum World Trade Center. Auch keine Hafenrundfahrt. Also mit Bus zur Insel Sentosa. Asian Village, Strand, Blick auf das weite Meer mit zahlreichen Schiffen. Monorail zur Seilbahn-Station. Fahrt in großer Höhe über den Hafen zum Festland.

Raffles Hotel. Sehr elegant, alter englischer Stil. Moonie Bar: Singapore Sling für 15 Singapur-Dollar. Abendessen im Raffles Centre — Sandwiches. Taxi zurück zum Albert Court.

"Ein sehr elegantes Hotel im alten englischen Stil. Wir trinken in der Moonie Bar einen Singapore Sling."

27.06.: Aufgestanden, Frühstück. Antje geht zur Orchard Road, Willfried und Gabi nach Chinatown. Holland Center: Kunstgewerbe aus verschiedenen Ländern. Kmart. 17 Uhr Taxi zum Hotel. 17:30 Uhr Kleinbus zum Flughafen. Einchecken 20:45 Uhr. Start mit Singapore Airlines Boeing 747-400 Megatop.

Sydney: Der Fehler mit dem Campingplatz

Opernhaus von Sydney
Sydney Opera House — Foto: RobertDychto / Pixabay

5:15 Uhr Landung in Sydney. Pass- und Zollkontrolle bis 8:45 Uhr. Taxi zur Vermietstation: Wohnmobil "Nomad" gemietet. City Train von Arncliffe zum Circular Quay — zwei australische Dollar. Zu Opa. 11:30 Uhr treffen sie Antjes Arbeitskollegin mit Freund — drei Wochen Australienurlaub hinter sich, ein paar Tipps.

Probefahrt mit Wohnmobil. Dann Lane Cove River Campingplatz — empfohlen von einem Deutschen in Singapur. 50 km vom Ausgangspunkt. 24 australische Dollar je Nacht. Ruhig gelegen, bis auf die Flugzeuge. 18 Uhr schlafen, 8:30 Uhr aufwachen. Wetter: sonnig, wesentlich kühler. Tagsüber 20 Grad, nachts 3 Grad.

"Es war ein großer Fehler, zum Camp im Norden zu fahren. Dadurch haben wir fast zwei Tage verloren."

Sydney Tower, Harbour Bridge (rechter Pfeiler), The Rocks. Harbourside, heiße Kartoffeln mit Butter. Monorail. Bus verpasst, 50 Minuten warten, 22 Uhr im Camp.

30.06.: Hafenrundfahrt verpasst (13 Uhr war vorbei). Opern-Führung nicht möglich. Antje zum Aquarium. Gabi und Willfried mit rotem Explorer Bus — 20 Dollar pro Person. Chinesischer Garten gerade geschlossen. 20:30 Uhr im Camp.

01.07.: Antje hat Geburtstag. Geschenke. Opernführung — Konzertsaal, Opernsaal, 75 Minuten. Chinesischer Garten: kleine, poetische Gartenkunst mitten in hektischer Großstadt. Camp gewechselt nach Rockdale — 22 Dollar die Nacht. 200 US-Dollar in 227 australische Dollar getauscht.

02.07.: Hafenrundfahrt — fährt durch zahlreiche Buchten, zur Hafeneinfahrt, Straßenbrücke wird hochgeklappt. 2,5 Stunden. Antje bummeln. Gabi und Willfried zum Zentrum, Monorail. Hyde Park: lauter kleine Lämpchen an den großen alten Bäumen. Die Allee sieht fantastisch aus. Botanischer Garten — gerade noch von Parkrangern herausgelassen.

NSW Coast: Phillip Island und die Pinguine

Zwergpinguin
Zwergpinguin — Foto: Tho-Ge / Pixabay

03.07.: Princes Highway bis Wollongong. Nowra, Ulladulla, Batemans Bay, Moruya. Camp Toragy Point — sehr schöner Platz am Meer. 15 AUD die Nacht. Hohe alte Bäume, die es bei uns nicht gibt. Nachts sehr kalt.

04.07.: Strand, duschen, fotografieren, filmen. Weiter über Eden, Grenze zu Victoria. Cann River, Orbost, Camp Lake Tyers. 12 australische Dollar. Antje kocht und rätselt wieder.

05.07.: Küste, langer breiter Strand. Lakes Entrance, Bairnsdale, Sale, Traralgon, Morwell. Bass Highway über Wonthaggi, Anderson, San Remo, Brücke auf Phillip Island. Penguin Parade — 17:45 Uhr, sehr viele Autos und Leute. Sieben australische Dollar Eintritt. Große Steintribüne. 18:30 Uhr kommt der erste Pinguin, werden immer mehr, über den Strand und Holzbrücken zu ihren Nestern. Nicht blitzen!

"Gegen 18:30 Uhr kommt der erste Pinguin, es werden immer mehr, die über den Strand und die Holzbrücken hindurch zu ihren Nestern wollen."

Great Ocean Road: 12 Apostel

Die Zwölf Apostel an der Great Ocean Road
Die Zwölf Apostel — Foto: macbenli / Pixabay

06.07.: Wildlife Zoo — Kängurus, Koalas, Wombats, Emus, Dingos. Koala-Resort. Melbourne auf Princes Highway über riesige Seilbrücken. Geelong, KFC. Great Ocean Road Nr. 100, teilweise direkt an der Küste. Bergig, ähnlich wie Madeira. Apollo Bay, 15 Australian Dollar.

07.07.: Weiter bis Princeton Town. 12 Apostel — vorstehende hohe Felstürme. Zurück auf Great Ocean Road bis Geelong, Freeway bis kurz vor Melbourne. Verfahren, Tankstellen fragen, langsam den Weg zum Airport finden. Camp Big 4 voll, Bell Street, Elizabeth Street. 21:05 Uhr dort. 25 australische Dollar. Alle K.O.

08.07.: Camper gesäubert, abgegeben. Hotel Charlemagne. Malheur: offene Milchtüte umgestürzt, Tee und Suppen ruiniert. Milchsee vor dem Hotel. Schadensbehebung dauert eine Stunde.

Flinders Street Station, Swanston Street, Bourke Street, Myer — größter Konsumtempel der südlichen Halbkugel. Chinesisches Viertel, Parlament, Windsor Hotel. St. Kilda Beach mit alter Straßenbahn — schöner Strand mit Palmen, lange Promenade. Thai-Restaurant in erster Etage: sehr gut für 100 australische Dollar. Taxi zum Hotel für 25 AUD.

Red Centre: Uluru und Kata Tjuta

Straße zu den Kata Tjuta
Auf dem Weg zu den Kata Tjuta — Foto: xiSerge / Pixabay

09.07.: 5 Uhr Radio an, 5:30 Uhr Telefon. Packen, Kleinbus zum Airport. Boeing 737 von Air New Zealand, 75 Minuten nach Adelaide. Transitraum, 30 Minuten weiter nach Alice Springs. Eine Stunde später als geplant. Taxigeld erstattet. Camper gemietet — gleicher Typ wie in Sydney, aber Abweichungen.

Stuart Highway nach Süden. 2,5 Stunden bis Erldunda. Tanken, Campingplatz. 25 AUD. Antje kocht, brät Buletten von frischem Hackfleisch.

10.07.: Lasseter Highway. Erldunda Pause. Ayers Rock Resort, 14 Uhr. Nudeln mit Thunfisch. Camp kostet 33 australische Dollar. 17:30 Uhr Uluru Rock Sunset Viewing. Viele Fahrzeuge. 18:15 Uhr Sonnenuntergang — rote Farbe des Gesteins kommt besonders zur Geltung.

"Wir klettern alle auf den Berg. Der Weg ist teilweise sehr steil und durch Ketten gesichert. Gabi kehrt kurz vor dem Gipfel um."

11.07.: Uluru besteigen. Antje und Willfried tragen sich ins Gipfelbuch ein. Außer Mount Connor und den Olgas nicht viel zu sehen. Stein sehr fest, keine Pflanzen. Kata Tjuta: eine Stunde auf angelegtem Weg zwischen hohen Felswänden. Wieder Sunset View — keine Wolken, perfekte Wirkung.

12.07.: Zurück auf Lasseter Highway. Mount Ebenezer: Törtchen mit Känguru-Pastete. Erldunda tanken, Alice Springs 17 Uhr. Supermarkt 52 AUD. Camp Big 4 voll, Platz am Eingang. 12,60 Dollar. Gemüsesuppe — sehr viel Flüssigkeit.

Stuart Highway: Wycliffe Well und Kakadu

13.07.: Vermietungsstation, Campingmöbel geben. Fußgängerzone Alice Springs: Kunstgewerbe, zwei kleine Jungen (Trompete, Schlagzeug), Aborigines Ureinwohner. Wegweiser "Berlin 14.102 km". Telegrafenstation — sehr viel Liebe über Anfänge der Telegrafie. Barrow Creek, Wycliffe Well. 16 Dollar die Nacht. Letzte Stunde sehr vorsichtig im Dunkeln. Wildwechsel. Endlose gerade Straßen, Roadtrain von 50 Meter Länge.

14.07.: Tennant Creek, Renner Springs, Elliott, Dunmarra, Highway Inn. 14 Dollar die Nacht. Vegetation höher und grüner. Buschland mit vertrocknetem Gras. Überfahrene Kängurus an Straßenrändern. Toiletten sehr verkeimt — schlechtester Campingplatz bisher.

15.07.: Von vielen Vögeln geweckt — Schwärme von ähnlichen Staren. Mataranka: kleiner Teich, hohe Palmen, warmes Wasser. Katherine: Supermarkt 32 Dollar. Nitmiluk Nationalpark: 8 Dollar pro Person. Blumenkohl mit Salzkartoffeln, gegrilltes Fleisch. Erstes Mal draußen auf Campingstühlen.

16.07.: Nitmiluk Bootsfahrt — 26 australische Dollar. Flachboot stromaufwärts, Untiefen, Felsen werden höher. Aussteigen, 600 m laufen, anderes Boot. Pine Creek: alte Railway Station, 1976 stillgelegt. Kakadu Highway, Mary River Roadhouse. Kakadu National Park: 15 Dollar pro Person. Nourlangie Rock: Felsenmalereien unter überhängenden Felsen. Jabiru: 27 Dollar, Pool und Bar, kreisförmige Stellplätze.

"Beide Visitor Centren haben uns imponiert!"

17.07.: East Alligator River Bootsfahrt — 25 Dollar. Weißer und Aborigine-Bootsführer. Zahlreiche Salzwasserkrokodile, Waffen-Vorführung. Ubirr: Zeichnungen der Aborigines, Aussichtspunkt über Arnhemland. Cooinda Lodge: 13,50 Dollar. Sehr voll, viele Touristen mit Bussen und 4WD-Fahrzeugen. Sehr warm, Klimaanlage anschalten.

18.07.: Warradjan Aborigine Cultural Centre. Yellow Water Bootsfahrt — 21,50 Dollar. Krokodile, Vögel, Wildschwein mit Jungem, Wasserschlange im Baum. Kreditkarte weg! Unter Bank gefallen, Rangerin findet sie. Bowali Visitor Centre: fantastische Ausstellung über Fauna und Flora. Jabiru: Galerie in Sumpf, Vögel beobachten. Kakadu Village: 13 Dollar, hohe Bäume, wenig Leute.

Darwin: Barramundi und Raffles Class

19.07.: Durch Radau und weiße Kakadus geweckt. Raben jagen kleines Känguru. Camper gesäubert, Travelodge Darwin — Vier-Sterne-Hotel. Stadtrundfahrt, Camper abgegeben. Doctor's Gully: Fische füttern bei Flut. Barramundi-Fisch — schmeckt vorzüglich, 20 australische Dollar pro Person. Bett so weich, schlecht geschlafen.

20.07.: Taxi zum Airport. Fokker F28/4000, 20 Jahre alt, 65 Plätze. Co-Pilot spricht gut Deutsch, Cockpit-Besuch. Gove/Nhulunbuy: kleiner Ort im Norden. 12:30 Uhr Cairns. Dritter Camper gemietet. Cook Highway nach Port Douglas. Dritter Campingplatz — ruhiger Platz, 18 Dollar. Nicht zu eng.

21.07.: 4 Mile Beach. Port Douglas: Great Barrier Reef für 22.07. buchen. Essen im Lokal — 11 Dollar pro Person. Lookout: schöner Blick auf 4 Mile Beach. Mossman, Daintree River Fähre — 6 Dollar, zwischen zwei Stahlseilen gezogen. Cape Tribulation: kurvenreiche bergige Straße, dann sehr schlechte Straße. Schöner Strand, nicht ganz sauber. 17:45 Uhr zurück im Dunkeln — schwierig zu fahren.

"Um 11:30 Uhr legen wir an der Plattform am äußeren Riff an. Die Vielfalt ist fantastisch. Ein kleiner Hai schwimmt vorbei."

22.07.: Quicksilver — 125 AUD pro Person. Schiff aus nichtrostendem Stahl, nicht gestrichen. 10 Uhr Start, über 50 km/h. 11:30 Uhr Plattform am äußeren Riff. Tauchboot mit Fenstern unten. Korallen, Fische, kleiner Hai. Schnorcheln — mit Schnorchel zuerst nicht zurecht, später geht es. Reichhaltiges Buffet. Unterwasser-Observatorium. 15 Uhr Rückfahrt. St. Mary-on-Sea Kirche geschlossen. Arno angerufen.

23.07.: Captain Cook Highway — kurz, kurvenreich, bergig, schmal, baufällig. Cairns: Parkplatz suchen, sehr schwierig. Convention Center: schlechter Platz, sonnig ohne Überbau. Pier Marketplace erkunden. Altes Postamt, Museum, Bank. Woolworths. Camp Coconut voll. Camp Summerland Caravan Park: 20 Dollar pro Person. Fast nur Wohnwagen von Dauercampern.

24.07.: Green Island. Katamaran, ältere Bauart. Flossen und Schnorchel leihen. 11:30 Uhr auf Green Island — alles touristisch aufgemacht, vor allem Asiaten. Schnorcheln: schmaler Sandstrand, dann gleich Korallenbänke. In geringer Tiefe Fische aus nächster Nähe — besser als bei Quicksilver. Aussie Barbecue: Würstchen, Fisch oder Fleisch, Salate, Kartoffeln, Nudeln, Obst. Glasbodenboot. 15:30 Uhr Abfahrt. 17 Uhr Pier Cairns.

Antje verabschieden — 26 Kilo Koffer, 17 Kilo Tasche. Fliegt 17:55 Uhr nach Sydney, 25. über Singapur nach Frankfurt, dann Berlin. Gabi und Willfried nach Port Douglas. Yorkeys Knob belegt. Cape Placid: 15 Dollar.

Kuranda Skyrail und Daintree

25.07.: Skyrail — längste Kabinenbahn über Regenwald. 49 Australian Dollar pro Person mit Rückfahrt Scenic Railway und Bus-Shuttle. POMA-Bahn. 1. Station: riesiger Baum. 2. Station: Ausstellungszentrum über Regenwald, Fauna und Flora. 3. Kabine bis Kuranda. Markt mit zahlreichen Verkaufsständen, Opalmine, Schmetterlingsmuseum. Zug zurück: Barron Falls filmen, viele Tunnel, hölzerne und Stahlbrücken. Freshwater: Bus-Shuttle zum Ausgangspunkt. BIG4 Glengarry Park: 14,60 Dollar. Kein schöner Platz.

26.07.: Mossman: zwei Muffins aus Bäckerei. Daintree Camp: 15 Dollar, dicht am Daintree River. Ort besteht aus einigen Häusern, liegt am Ende der Welt. Straße hört auf, geht in Gravelstraße über. Gemüsesuppe. Spaziergang auf Hügel — kein Rundblick. Fähre am Daintree River: Eis kaufen. ACCO Center: nichts los, außer Wildschwein mit Ente und Emu.

27.07.: Daintree River Cruise — 15 Dollar pro Person. Flachboot von jungem Mädchen gesteuert. Krokodile, Kingfisher. Seitenarm: Regenwald studieren. Mossman Gorge: Wanderung in tropischen Regenwald. Badestelle im Fluss. Schwankende Seilbrücke. Riesige hohe Bäume mit langen Wurzeln, feste Lianen. Wonga Beach: Campingplatz groß, direkt am Strand mit Palmen. Lokal in alten Eisenbahnwagen. 45 Minuten Strandwanderung. Waldbrände fotografiert.

"Wir essen Abendbrot: Gabi Fisch, Garnelen und Caesar Salad. Ich Muscheln mit Pommes — schmeckt nicht."

28.07.: Port Douglas Markt. 4 Mile Beach voll — Platz unter hohen Kokospalmen ohne Strom. Strandwanderung. Seafood-Lokal: Alkohol mitbringen. Sonnenuntergang über Bergen mit Meer im Vordergrund. Gabi: Fisch, Garnelen, Caesar Salad. Willfried: Muscheln mit Pommes — schmeckt nicht.

29.07.: Rex Lookout: schöner Blick Richtung Port Douglas. Clifton Beach: Parkplatz mit Duschen und Toiletten direkt am Langstrand. Camper säubern, WC entleeren, rein in den Pazifik. Gordonvale: große Zuckerfabrik, riecht überall nach Zucker. Gillies Highway: sehr kurvenreich, landschaftlich anmutige Gegend. Umkehren, zurück nach Cairns. Hotel Hitchcock: weggeschickt (Bus-Wendeschleife). Camper abgegeben. Esplanade: viele kleine Läden und Lokale. Fischlokal belegt, zum Markt. 21:30 Uhr im Hotel.

Rückreise: Singapur und Raffles Class Upgrade

30.07.: 5:45 Uhr aufgestanden. Taxi zum Airport International — 12 AUD. 8:45 Uhr Start mit Singapore Airlines Airbus A310. 6 Stunden nach Singapur. MCO Schalter, Bus zum Albert Court Hotel. Zimmer im 5. Stock: nicht besonders, kleines Fenster zur Rochor Canal Road. MRT Bugis, Orchard Road. Takashimaya, Scotts Shopping Center. Gabi kauft Sony Walkman für 65 Singapur-Dollar.

31.07.: Malaysia-Tagesausflug. Bus zur Grenze, Einreisevisum abgeben. Großer Damm, Gegenfahrbahn, großer Stau. Johor Bahru: Batikstoffe-Fabrik, Moschee (nur außen), Museum, ärmliche Wohnung, Tanz- und Musikvorführung. Eindruck: alles sehr einfach, teilweise schmutzig und vergammelt, nicht mit Singapur zu vergleichen. Bugis Junction: McDonald's. Tang Dynasty City: Rekonstruktion der alten Kaiserstadt Chang'an (618–907). Terrakotta-Krieger, alte Gebäude, Theateraufführungen. Doppelstockbus von Volvo.

"Plötzlich kommt der Supervisor und fordert mich und Gabi auf, ihm zu folgen. Sie bringen uns in die Raffles Class im Oberdeck."

18:15 Uhr Zubringer-Bus zum Airport. 19 Uhr dort. Gabi zieht sich um. Drei Taschen abgeben. Einchecken. 23 Uhr B747 Megatop von Singapore Airlines. Fensterplatz, 36. Reihe. Frau kommt, hat auch diese Plätze — wird in Mitte gesetzt. Stewardess nimmt Bordkarten ab. Familie belegt vier Mittelplätze.

Dann der Supervisor. Willfried und Gabi folgen ihm. Gepäck mitnehmen. Raffles Class im Oberdeck, Reihe 19. Nur vier in einer Reihe (unten 10). Neue handgeschriebene Bordkarten. Wunderbar bedient. Sehr viel Platz, Lehnen umlegen, Fußteil ausschwenken — bequem liegen können. Fürstliches Abendbrot. Cointreau, Champagner.

1:30 Uhr Licht gelöscht. 4:45 Uhr Licht an, noch dämmerig. 5:30 Uhr Sonne auf. Frühstück. 6:15 Uhr Ortszeit Landung in Zürich. 12 Stunden, 15 Minuten Flug. Transitraum, Beine vertreten.

7:30 Uhr wieder in Raffles Class. Nur noch drei: Willfried, Gabi, ein Herr. Dazu eine Stewardess, zwei Stewards. 8 Uhr Start, noch ein Mahl. Fotos mit Stewards. 9:05 Uhr Landung in Schönefeld. Zuerst von Bord, 45 Minuten auf Gepäck warten.

Heimkehr: Onkel Kurt im Krankenhaus

Antje und Herr Müller holen ab. Onkel Kurt ist im Krankenhaus. Herr Müller bringt nach Hause. 11 Uhr Antje nach Adlershof. 14 Uhr mit Rad zum Krankenhaus Hedwigshöhe. Onkel Kurt liegt in Station 2 wie Mutti, Zimmer 5a. Er schläft. Wecken, dauert bis er erkennt. Sieht schlecht aus, kann sich kaum bewegen. Oft weinen vor Freude, weil wir wieder da sind.

"Er sieht schlecht aus und er kann sich kaum bewegen. Oft muss er weinen vor Freude, weil wir wieder da sind."

Das ist das Ende. Nicht mit einem großen Finale, sondern mit einem Krankenhausbesuch. Mit einem Onkel, der weint vor Freude. Mit einem Rad, das zum Krankenhaus fährt. Mit 39 Tagen, die alles verändert haben — und doch ist alles irgendwie gleich geblieben.

Genau das macht diese Aufzeichnungen so wertvoll. Kein Pathos, keine Inszenierung. Nur die nackte Wahrheit: dass Reisen nicht nur Abenteuer sind, sondern auch Heimkehr. Dass der Uluru nicht das Highlight war, sondern der Moment, in dem Onkel Kurt wiedererkennt. Dass das Leben weitergeht — mit Känguru-Pastete, Barramundi-Fisch und Muscheln mit Pommes, die nicht schmecken.

Und genau deshalb lesen wir diese Seiten. Nicht wegen der Spektakel. Sondern wegen der Wahrheit.