Gefährlicher Ort · USA

Death Valley: Hitzerekord mit Asphaltanschluss

RISIKO-EINSTUFUNG: 3/5
Foto: Abhardphoto / Pixabay
Das Tal des Todes ist der heißeste Ort der Erde — die höchste je verlässlich gemessene Lufttemperatur stammt von hier: 56,7 Grad, Furnace Creek, Juli 1913. Das Tückische am Death Valley ist aber nicht der Rekord. Es ist die Bequemlichkeit: Eine asphaltierte Straße führt mitten hindurch, und genau das lässt Menschen vergessen, wo sie sind.

Warum es hier so heiß wird

Das Badwater-Becken liegt 86 Meter unter dem Meeresspiegel, eingeklemmt zwischen hohen Bergketten. Die Sonne heizt den Talboden auf, die Bergwände drücken die aufsteigende Luft zurück, und sie erhitzt sich weiter — ein natürlicher Umluftofen. Im Sommer sind Nächte über 35 Grad normal, der Boden erreicht über 90 Grad. Die Verdunstung ist so hoch, dass ein See von der Größe des Tals binnen eines Jahres verschwinden würde.

Die unterschätzte Gefahr

Fast jedes Jahr sterben im Nationalpark Menschen an der Hitze — Wanderer, die mittags loszogen, Autofahrer nach einer Panne abseits der Hauptstraße. Bei 50 Grad verliert der Körper beim Gehen mehr als einen Liter Wasser pro Stunde; ohne Schatten führt das binnen weniger Stunden zum Hitzschlag. Der Nationalpark warnt im Sommer ausdrücklich davor, nach 10 Uhr überhaupt zu wandern. Handyempfang gibt es in weiten Teilen nicht — wer liegen bleibt, bleibt beim Fahrzeug, das ist die einzige Regel, die Leben rettet.

Ein Tal voller Kuriositäten

Zwischen den Extremen ist das Death Valley erstaunlich abwechslungsreich: die Salzpolygone von Badwater, wandernde Steine auf dem ausgetrockneten Racetrack-Seeboden, Sanddünen bei Mesquite Flat, bunte Mineralhänge am Artists Drive. Nach seltenen Regenwintern explodiert das Tal in Wildblumen. Im Winterhalbjahr ist das Tal mit Temperaturen um 20 Grad schlicht ein großartiger, gut erschlossener Nationalpark.

Und warum trotzdem hinfahren?

Weil kaum ein Ort Extreme so zugänglich macht — genau darin liegt die Falle und der Reiz. Die Regeln sind simpel: viel Wasser (Faustregel vier Liter pro Person und Tag), Wanderungen nur früh morgens oder im Winter, Tank nie unter halb, beim Pannenfall im Auto bleiben. Wer sie einhält, erlebt den heißesten Ort der Welt fast gemütlich. Wer sie ignoriert, liefert dem Talnamen neues Material.

Gut zu wissen

  • Lage: Kalifornien/Nevada, USA; Badwater-Becken 86 m unter dem Meeresspiegel
  • Hitzerekord: 56,7 °C (Furnace Creek, 1913) — Weltrekord
  • Anreise: Ab Las Vegas ca. 2 Stunden; gut ausgebaute Parkstraßen
  • Beste Zeit: Oktober bis April; im Sommer keine Wanderungen nach 10 Uhr
  • Klare Ansage: 4 Liter Wasser pro Person und Tag, Tank halb voll halten, bei Panne beim Fahrzeug bleiben.
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