Wie die Lagune entstand
Bora Bora ist ein Atoll im Werden: Vor Millionen Jahren erlosch der Vulkan, seither sinkt die Insel langsam ins Meer, während das Korallenriff am Rand weiterwächst. Übrig ist heute der Gipfelrest — der 727 Meter hohe Otemanu — und der Riffring mit seinen Motus, den Sandinselchen. Die Lagune dazwischen ist selten tiefer als ein Schwimmbad und wärmt sich auf badewannige 28 Grad. Das Farbspektakel ist schlicht Physik: weißer Korallensand, wenig Tiefe, viel Sonne.
Unterwasser ist die halbe Reise
In der Lagune schwimmen Schwarzspitzen-Riffhaie und Stachelrochen, die sich an Schnorchler gewöhnt haben; draußen am Außenriff ziehen Mantarochen und im Südsommer Buckelwale vorbei. Die Korallengärten rund um die Motus gehören zu den zugänglichsten der Welt — knietief einsteigen, Gesicht ins Wasser, fertig. Wer mehr will, taucht in der Passage Teavanui, dem einzigen Schiffszugang zur Lagune.
Das Preisschild-Paradies und seine Hintertür
Bora Bora ist berühmt für Überwasser-Bungalows mit Glasboden — und für Preise, die Flitterwochen-Budgets pulverisieren. Die Hintertür: Auf der Hauptinsel gibt es Pensionen und Gästehäuser der Einheimischen, oft mit Lagunenblick, zu einem Bruchteil der Resort-Preise. Dazu Essenswagen (Roulottes) statt Gourmet-Restaurant und das öffentliche Boot statt Privattransfer. Die Lagune ist für alle dieselbe.
Ehrlich bleiben: Wann lohnt es sich?
Bora Bora ist weit: ab Europa gut 24 Stunden Reise mit Umstieg in Papeete. Und es ist kein Ziel für zwei Wochen Strandliegen ohne Plan — die Insel ist klein, wer nur im Resort sitzt, hat sie nach drei Tagen gesehen. Ideal ist die Kombination: ein paar Tage Bora Bora als Höhepunkt, davor oder danach Moorea, Huahine oder die Tuamotus. Dann treffen Sie die Südsee nicht nur auf der Postkarte, sondern in echt — samt Ukulele-Abenden, an denen niemand ans Abreisen denkt.