Ein Unfall, der zur Attraktion wurde
Die verbreitetste Version der Geschichte: Sowjetische Geologen bohrten in den 1970er Jahren nach Erdgas, der Untergrund brach ein, das Bohrcamp versank im Krater. Um das ausströmende giftige Gas loszuwerden, zündeten die Geologen es an — in der Annahme, es brenne in ein paar Wochen aus. Das Gas hatte andere Pläne. Belegt ist die Entstehung schlecht, Turkmenistan hielt die Akten unter Verschluss; sicher ist nur das Ergebnis: ein Feuer, das seit Jahrzehnten nicht erlischt.
Was den Krater gefährlich macht
Der Kraterrand ist brüchig und ungesichert — jahrelang gab es nicht einmal ein Geländer, inzwischen existiert ein einfacher Zaun. Der Boden am Rand kann nachgeben, die Hitze schlägt Ihnen in Wellen entgegen, und je nach Windrichtung wehen Verbrennungsgase über die Kante. Nachts, wenn der Krater am schönsten leuchtet, ist der unbefestigte Rand am tückischsten. Dazu kommt die Lage: mitten in der Wüste, drei Stunden von Aschgabat, mit Sommerhitze bis 50 Grad.
Ein Land als Zugangshürde
Die größte Hürde ist nicht der Krater, sondern das Visum: Turkmenistan gehört zu den verschlossensten Ländern der Welt, Individualreisen sind praktisch nur mit staatlich lizenzierten Führern möglich. Die Regierung kündigte zudem mehrfach an, das Feuer löschen zu wollen. Zuletzt drosselten Entlastungsbohrungen die Gaszufuhr spürbar; Besucher berichten von deutlich kleineren Flammen. Das Tor zur Hölle ist womöglich ein Auslaufmodell.
Und warum trotzdem hinfahren?
Weil ein brennender Krater in einer sternklaren Wüstennacht zu den surrealsten Anblicken der Erde gehört. Die klassische Tour: nachmittags Ankunft, Zeltlager auf sicherem Abstand, dann stundenlang zusehen, wie die Dunkelheit das Feuer größer macht. Wer hinfährt, bleibt hinter dem Zaun, meidet die Leeseite mit den Abgasen — und genießt eines der wenigen Naturwunder, das streng genommen ein Industrieunfall ist.