Paradiesischer Ort · Australien

Great Barrier Reef: Das größte Lebewesen-Bauwerk der Erde

SEHNSUCHTS-EINSTUFUNG: 5/5
Symbolbild — Foto: Franziska_Stier / Pixabay
Vor der Küste Queenslands erstreckt sich über 2.300 Kilometer das größte von Lebewesen geschaffene Bauwerk des Planeten — so groß, dass es aus dem All sichtbar ist: das Great Barrier Reef. Rund 3.000 Einzelriffe, 900 Inseln, 1.500 Fischarten. Wer einmal den Kopf unter Wasser gesteckt hat, versteht, warum Australien hier in Superlativen spricht — und warum die Welt um dieses Riff bangt.

Eine Stadt aus Polypen

Korallenpolypen bauen das Riff — Tierchen von Millimetergröße, die Kalkskelette abscheiden und in Jahrtausenden Strukturen von Gebirgsdimension errichtet haben. Das heutige Riff wuchs auf Fundamenten, die über 500.000 Jahre alt sind. Dazwischen: Schildkröten von sechs Arten, Riffhaie, Büffelkopf-Papageienfische, Zackenbarsche von Kühlschrankgröße, Mantas und im Winter vorbeiziehende Zwergwale und Buckelwale. Jede Nische ist vergeben, jede Ecke bewohnt.

Von Cairns bis zu den Außenriffen

Die Zugänge sind so vielfältig wie das Riff: Tagesboote ab Cairns und Port Douglas zu Pontons mit Schnorchelgärten (ideal für den Einstieg), Tauchsafaris zu den legendären Ribbon Reefs mit dem Cod Hole, wo Riesenzackenbarsche Tauchern auf Armlänge begegnen, oder die südlichen Korallenkaie wie Lady Elliot und Heron Island, wo Sie vom Strand direkt ins Riff schnorcheln. Zwischen November und März schlüpfen dort nachts Schildkröten aus dem Sand. Faustregel: Je weiter draußen und je kleiner die Gruppe, desto besser das Riff.

Das Riff im Fieber

Ehrlichkeit gehört zu diesem Ort: Steigende Wassertemperaturen haben seit 2016 mehrere Massenbleichen ausgelöst, bei denen große Riffflächen ihre Farbenpracht verloren; Teile erholen sich, andere nicht. Dazu kommen Dornenkronen-Seesterne und Wasserqualität. Das Riff ist kein sterbendes Museum — weite Bereiche sind atemberaubend lebendig —, aber es ist ein Ökosystem unter Druck. Wer hinfährt, wählt Anbieter mit Öko-Zertifizierung, fasst nichts an und nimmt die Riff-Abgabe als das, was sie ist: Eintritt in ein Weltwunder auf Bewährung.

Und warum gerade jetzt?

Weil Sehen Verstehen schafft: Niemand vergisst den Moment, in dem eine Schildkröte neben ihm auftaucht oder ein Riffdach in allen Farben unter dem Boot vorbeizieht. Cairns ist zudem das perfekte Basislager — Regenwald von Daintree, die Whitsundays und das Outback liegen in Reichweite; Wilfried Barghoorn beschloss hier 1996 seine Australien-Etappe. Das Riff belohnt jeden, der kommt. Es bittet nur darum, dass Sie es besuchen wie einen Kranken, den Sie lieben: rücksichtsvoll.

Gut zu wissen

  • Lage: Korallenmeer vor Queensland, Australien — 2.300 km, UNESCO-Welterbe
  • Anreise: Basislager Cairns/Port Douglas (Tagesboote) oder Inseln im Süden
  • Beste Zeit: Juni bis November (klare Sicht, Wale, keine Stinger-Saison)
  • Höhepunkte: Ribbon Reefs, Cod Hole, Lady Elliot Island, Schildkröten-Schlupf
  • Gut zu wissen: Öko-zertifizierte Anbieter wählen, Riff-freundliche Sonnencreme nutzen, nichts berühren.
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