Wie die Feenkamine entstanden
Vor Millionen Jahren begruben Vulkanausbrüche die Region unter Asche, die zu weichem Tuff versteinerte, gedeckelt von härterem Basalt. Erosion erledigte den Rest: Wo der Basaltdeckel hielt, blieben Türme mit „Hüten“ stehen — die berühmten Feenkamine, manche über 30 Meter hoch. Ganze Täler sind von diesen Formationen gefüllt, jedes mit eigenem Charakter: das Rosental in Rottönen, das Liebestal mit seinen unmissverständlich geformten Säulen, das Taubental voller Nischen.
Ein Untergrund voller Städte
Der weiche Tuff ließ sich seit jeher aushöhlen — und die Menschen Kappadokiens gruben nicht nur Wohnungen, sondern ganze Städte in die Tiefe: Derinkuyu reicht mindestens acht Ebenen und rund 85 Meter hinab, mit Ställen, Kirchen, Weinpressen und tonnenschweren Rollsteintüren gegen Angreifer; Platz für tausende Menschen. Oben schmückten byzantinische Mönche ihre Felsenkirchen mit Fresken — im Freilichtmuseum Göreme, UNESCO-Welterbe, stehen die schönsten dicht an dicht.
Die Sache mit den Ballons
Die Ballons fliegen das ganze Jahr, sofern der Wind mitspielt — rund 250 Flugtage. Start vor Sonnenaufgang, eine Stunde Schweben zwischen Feenkaminen und über Täler, oft tiefer, als Anfänger erwarten: Gute Piloten streifen fast die Baumwipfel. Wer nicht fliegt, hat den zweitbesten Platz auf den Hügeln von Göreme oder einer Hotel-Dachterrasse in Uçhisar — das Bild der hundert Ballons vor der Morgensonne gibt es gratis dazu. Buchung: seriöse Lizenzanbieter, zwei Puffertage für Windabsagen.
Ehrlich bleiben: Kulisse mit Betrieb
Göreme ist längst ein Tourismusort mit Höhlenhotel-Konkurrenzkampf und Fotoshooting-Gewerbe; an manchen Aussichtspunkten posieren morgens mehr Kleider als Wanderer. Die Auswege sind dieselben wie überall: zu Fuß in die Täler (schon zehn Minuten abseits sind Sie allein), Nebensaison — im Winter mit Schnee auf den Feenkaminen ist Kappadokien am magischsten — und Unterkunft in ruhigeren Dörfern wie Ortahisar. Die Landschaft trägt jeden Betrieb weg; sie ist schlicht zu groß dafür.