El Nido und die versteckten Lagunen
Im Norden Palawans liegt der Bacuit-Archipel vor El Nido: Dutzende Karstinseln, deren graue Klippen senkrecht aus türkisem Wasser steigen. Die berühmten Lagunen von Miniloc — Big Lagoon, Small Lagoon, Secret Lagoon — betreten Sie per Kajak oder schwimmend durch Felslöcher. Drinnen ist das Wasser still wie in einem Bergsee, und die Wände hallen von Vogelrufen. Die Inselhopping-Touren sind standardisiert (A, B, C, D) — Tour A und die Kombination mit einer frühen Abfahrt sind der Klassiker mit Grund.
Ein Fluss, der durch einen Berg fließt
Bei Puerto Princesa mündet ein Fluss, der die letzten acht Kilometer durch das Innere eines Kalksteinmassivs fließt — der Underground River, UNESCO-Welterbe und einer der längsten schiffbaren Höhlenflüsse der Welt. Sie paddeln mit Stirnlampe unter Kathedralengewölben hindurch, vorbei an Formationen, die die Bootsführer mit Hingabe nach Gemüsesorten benennen. Über dem Berg: unberührter Urwald mit Makaken und Waranen.
Coron: Wracks und Süßwasserseen
Noch weiter nördlich, technisch schon zur Provinz gehörend, liegt Coron — für Taucher ein Wallfahrtsort: 1944 versenkte die US-Marine hier eine japanische Versorgungsflotte, deren Wracks heute korallenbewachsen in Sporttauchtiefe liegen. Dazwischen der Kayangan Lake, ein von Klippen umschlossener See, der als klarstes Gewässer der Philippinen gilt, und die Twin Lagoons, wo warmes Süß- und kühles Salzwasser flimmernd übereinanderliegen.
Ehrlich bleiben: Strom, Straßen, Regenzeit
Palawan ist Paradies mit Ecken: Stromausfälle sind normal, Straßen ins Hinterland ruppig, in der Regenzeit (Juni–Oktober) fallen Bootstouren auch mal aus, und El Nido wächst schneller als seine Kläranlagen. Wer das als Teil der Abmachung nimmt, in der Trockenzeit reist und auch mal ein Dorf weiterzieht — nach Port Barton etwa, das El Nido vor zwanzig Jahren ähnelt —, findet hier immer noch das, was Postkarten versprechen und selten halten.