Paradiesischer Ort · Indonesien

Raja Ampat: Das artenreichste Riff der Erde

SEHNSUCHTS-EINSTUFUNG: 5/5
Foto: Bart-ter-Haar / Pixabay
Ganz im Osten Indonesiens, wo der Pazifik auf den Indischen Ozean trifft, liegt ein Archipel aus über 1.500 Inseln: Raja Ampat, die „vier Könige“. Unter der Wasserlinie ist dies der artenreichste Flecken des Weltmeers — nirgendwo sonst zählten Forscher auf einem einzelnen Riff mehr Korallen- und Fischarten. Über Wasser: grüne Karstkegel in einem Labyrinth aus Türkis.

Das Epizentrum des Korallendreiecks

Raja Ampat liegt im Herzen des Korallendreiecks, und die Zahlen sind kaum zu glauben: über 550 Korallenarten — rund drei Viertel aller weltweit bekannten —, mehr als 1.600 Fischarten, dazu Mantas, Epaulettenhaie, die über Riffe „laufen“, und Kraken in jeder Größe. Der Grund ist die Lage an der Kreuzung zweier Ozeane: Strömungen liefern Nährstoffe wie ein Fließband. Für Taucher heißt das: Schon der Hausriff-Schnorchelgang einer einfachen Unterkunft schlägt vielerorts den besten Tauchplatz.

Pianemo und die Fächer aus Inseln

Das Postkartenbild der Region ist der Blick vom Aussichtspunkt Pianemo: ein Fächer grüner Karstkegel in einer verzweigten Lagune. Wer die große Version will, steigt auf Wayag ganz im Norden — die Anreise ist lang, der Blick der vielleicht schönste Inselblick Asiens. Dazwischen: Sandbänke, die nur bei Ebbe existieren, Höhlen, versteckte Salzwasserseen und Dörfer auf Stelzen, in denen Kinder mit Auslegerkanus zur Schule paddeln.

Reisen am Ende der Karte

Raja Ampat ist aufwendig: Flug nach Sorong (meist über Jakarta oder Makassar), Fähre nach Waisai, dann Langboot zur Unterkunft. Es gibt zwei Welten: Tauchsafari-Boote und Resorts — oder die Homestays der Papua-Familien, einfache Palmhütten überm Wasser mit Gemeinschaftsverpflegung, die die lokale Bevölkerung direkt am Tourismus beteiligen. Strom gibt es oft nur stundenweise, Netz kaum, Geldautomaten nicht. Genau darin liegt der Zauber: Sie sind wirklich weg.

Ehrlich bleiben: Aufwand und Verantwortung

Die Anreise dauert zwei Tage, die Marinepark-Gebühr ist Pflicht, und Strömungen an den Tauchplätzen verlangen Erfahrung — Anfänger buchen Plätze mit Tauchführer und lassen sich ehrlich einstufen. Riffschutz ist hier keine Floskel: nicht stehen, nichts berühren, riff-freundliche Sonnencreme. Wer den Aufwand scheut, wählt Bali. Wer ihn auf sich nimmt, sieht das Meer, wie es vor zweihundert Jahren überall ausgesehen haben muss.

Gut zu wissen

  • Lage: West-Papua, Indonesien — Archipel aus über 1.500 Inseln
  • Anreise: Flug nach Sorong, Fähre nach Waisai, Boot zur Unterkunft (2 Reisetage)
  • Beste Zeit: Oktober bis April (ruhigere See, Manta-Saison)
  • Höhepunkte: Pianemo/Wayag, Manta-Putzstationen, Hausriffe der Homestays
  • Gut zu wissen: Bargeld für den ganzen Aufenthalt mitnehmen — Geldautomaten enden in Sorong.
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