Ein Strand wie ein Naturgesetz-Verstoß
Woher der reine Quarzsand stammt, ist nicht restlos geklärt — die umliegenden Felsen bestehen aus anderem Material; vermutlich trugen Meeresströmungen den Sand über Jahrmillionen heran und ließen ihn in dieser Bucht liegen. Weil Quarz Wärme schlecht leitet, verbrennen Sie sich nie die Füße; weil der Sand so fein ist, poliert er nebenbei Schmuck blank (Uhren besser ablegen). Am Nordende verschieben Ebbe und Flut im Hill Inlet weiße Sandbänke und türkises Wasser täglich zu neuen Wirbelmustern — der Aussichtspunkt darüber liefert das berühmteste Strandfoto Australiens.
Nur mit dem Boot — und genau richtig so
Whitehaven liegt auf der unbewohnten Insel Whitsunday Island: kein Hotel, keine Straße, kein Kiosk — nur Nationalpark. Sie kommen per Tagesboot oder Segeltörn ab Airlie Beach, per Fähre und Ausflug ab Hamilton Island — oder stilecht mit dem Wasserflugzeug, das über dem Hill Inlet eine Schleife fliegt. Wer mehr will, bucht einen mehrtägigen Segeltörn durch die 74 Whitsunday-Inseln oder zeltet mit Permit direkt hinter dem Strand — Sonnenaufgang inklusive, Menschen exklusive.
Zwischen Riff und Regenwald
Die Whitsundays liegen im Schutz des Great Barrier Reef: Das Wasser ist ruhig, Schnorchelbuchten wie Mantaray Bay sind voller Fische, und mit etwas Glück ziehen zwischen Juli und September Buckelwale mit Kälbern durch die Kanäle. In der Feuchtsaison (November–Mai) gehören Stinger-Anzüge gegen Würfelquallen zur Ausrüstung — die Boote verleihen sie routinemäßig. Es bleibt Australien: Das Paradies kommt mit Sicherheitsunterweisung.
Ehrlich bleiben: Tagesgäste im Takt
Mittags teilen sich mehrere Bootsladungen den Hauptstrand. Wer die Bilder ohne Menschen will, nimmt die früheste Abfahrt, bleibt über Nacht (Zelt oder Törn) — oder läuft schlicht zwanzig Minuten Richtung Südende, wo die Menge im Sand versickert. Und: Der Strand ist Nationalpark, alles bleibt da — was Sie mitbringen, nehmen Sie wieder mit. Dass er so aussieht, wie er aussieht, liegt genau daran.